Kapitäns-Logbuch #003: Neues Schwermetall und die unfreiwilligen Testpiloten von Ti Wanga

Datum: 20. Juli 3312 | System: 1 Epsilon Equulei (Telkwa Village)

Computer, Aufzeichnung starten.

Man sagt ja, wer im Universum überleben will, muss flexibel bleiben. Oder einfach mehr Feuerkraft mitbringen. Ich habe mich heute definitiv für Letzteres entschieden.

Meine Cobra Mk III hat mir in den letzten Kämpfen wirklich treue Dienste geleistet, aber das ständige „Pew-Pew“ der Beam-Laser ging mir langsam auf die Nerven – und auf den Energieverteiler. Also habe ich in der Station Merchiston’s Inheritance angedockt und ein ernstes Wörtchen mit den Mechanikern gewechselt. Die Laser sind rausgeflogen. Stattdessen zieren jetzt zwei nagelneue mittlere Multi-Kanonen meine Aufhängungen. Nichts löst eine hitzige Diskussion im All schneller als das klassische, ohrenbetäubende Brrt-Brrt-Brrt von altmodischem Schwermetall, das mit Mach 3 durch das Vakuum gejagt wird.

Natürlich braucht so eine Investition auch einen ordentlichen Feldtest. Den Gefallen taten mir kurz nach dem Abflug ein paar Herrschaften von der Co-operative of Ti Wanga. Anscheinend dachten diese Piraten, eine einsame Cobra auf der Durchreise wäre leichte Beute für ihre Syndikats-Kasse. Sie zogen mich aus dem Supercruise, der Interdiction-Alarm schrillte durch mein Cockpit, und schon hatte ich zwei feindliche Kontakte auf dem Radar, die sofort in Angriffsposition gingen.

Tja, falsches Schiff, falscher Tag.

Energie auf die Schilde, Waffen ausfahren. Normalerweise nutzt man Laser, um gegnerische Schilde zu knacken, und Projektile für die Hülle. Aber ich wollte wissen, was die neuen Wummen können. Als der erste Pirat auf mich zuflog, habe ich einfach voll reingehalten. Das Cockpit hat vibriert, als die Zwillings-Multi-Kanonen anliefen. Die Leuchtspurmunition fraß sich regelrecht durch seine Schilde – reine, brutale kinetische Gewalt. Als die Schilde des Piraten kollabierten, dauerte es keine fünf Sekunden mehr. Die Projektile zerfetzten seine Hülle, Funken schlugen aus seinem Antrieb, und mit einem befriedigenden, grellen Blitz verwandelte sich sein Schiff in eine expandierende Trümmerwolke. Nummer zwei versuchte daraufhin das Weite zu suchen, aber meine Bordkanonen haben ihm schnell die Fluchtroute verbaut.

Ein paar saubere Abschüsse, ein wunderbares Feuerwerk und ein sattes Kopfgeld mehr auf dem Konto.

Apropos Konto: Die Nachwehen solcher Heldentaten sind leider weniger episch. Die Reparaturen haben mich 226 Credits gekostet (fragt nicht, der Pirat hat mich nicht getroffen, das war nur ein kleiner Kratzer beim Einparken), Treibstoff musste her, und dann ist da noch Frida Parker. Meine treue Crew-Mitarbeiterin hält natürlich auch pünktlich die Hand auf. Wenn das so weitergeht, frisst die Dame bald mehr Credits als mein Frameshift-Antrieb Wasserstoff.

Aber das ist ein Problem für den zukünftigen Pixelfresser. Jetzt, wo das Schiff frisch bewaffnet ist und das Ti-Wanga-Syndikat ein paar Schiffe weniger hat, habe ich erst mal in Telkwa Village angedockt, um den Schmauch von der Hülle wischen zu lassen.

Computer, Aufzeichnung beenden.

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